Über mich

Von September bis Dezember 2008 werden wir an der Montclair State University studieren und dabei nicht nur den BIG APPLE erkunden... :)

Dienstag, 28. Oktober 2008

24.-26.10.: Washington DC

Heute gibts den nächsten Reisebericht für euch:
Am Freitag hab ich mich gemeinsam mit Ida auf den Weg in die amerikanische Hauptstadt gemacht. Als Verkehrsmittel haben wir wieder den Chinatownbus gewählt, der uns für 35 Dollar (Roundtrip) nach 4,5 Stunden Fahrt und einem kurzen Stop in Baltimore ans Ziel brachte. Um zum Hotel zu gelangen, an dem wir gerade vorher mit dem Bus vorbeigefahren waren, schnappten wir uns ein Taxi. Highlight der Fahrt: Der Taxifahrer fährt plötzlich während der Fahrt die Fenster hoch und verriegelt die Türen. Das ließ uns kurzzeitig mal den Atem anhalten, glücklicherweise wollte er uns jedoch nicht entführen und verscharren, sondern hat uns lediglich erklärt, dass wir gerade ein unsicheres Viertel durchquerten. Tatsächlich hat Washington DC die höchste Kriminalitätsrate unter allen amerikansichen Großstädten. Die Stadt ist zwar mit 550.000 Einwohnern nicht übermäßig groß, aber mit den umliegenden Städten (zB Baltimore) kommt die Metropolregion auch auf 8 Millionen Leute. Auffällig ist, dass nur etwa 40 Prozent der Einwohner Weiße sind.

Nach diesem Schreck hatten wir es uns also wirklich verdient, die Annehmlichkeiten des Hotels zu nutzen:

Nach diesem relaxten Abend ärgerte es umsomehr, dass wir ein unidentifizierbares, fliegendes Tier in unserem Zimmer hatten. Natürlich waren wir beide zu feig, um es zu entfernen, weshalb wir die Rezeption anriefen und uns versprochen wurde, dass jemand kommen und es entfernen würde. Zum Glück war "Sex and the City" im Fernsehen und so waren wir etwas abgelenkt. Eineinhalb Stunden später warteten wir noch immer und ein weiterer Anruf bei der Rezeption brachte die Erkenntnis, dass auf unseren "Wunsch" vergessen wurde. Danach allerdings wurde gleich ein Angestellter des Hotels mit Insektenspray und einem Handtuch auf unser Zimmer geschickt. Er hatte das Tier auch gleich erwischt und erklärte uns verständnislos: "It´s a potato bug". Super, nun wussten wir das auch!

Am Samstag gings schon in der Früh mit Seightseeing los: Eine Fahrt mit dem Doppeldecker-Seightseeingbus stand am Programm! Der Shuttlebus des Hotels brachte uns direkt zur Union-Station, von wo wir unsere Tour starten konnten. Das Wetter war zwar nicht berauschend, aber das kann zwei Mädls auf Achse natürlich nicht aufhalten.

Die Fahrt brachte uns an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei: dem Weißen Haus, dem Washington Monument, dem Lincoln Memorium und vielen anderen wichtigen Orten. Leider hat es auf halber Strecke zu regnen begonnen, weshalb wir uns in den unteren Stock des Busses verkrümelt haben und beim Hard Rock Café ausgestiegen sind, um uns zu stärken.

Einen Veggie-Burger und ein Einkaufssackerl später setzten wir trotz Nieselregen unsere Erkundungstour fort - vorbei am FBI in Richtung Weißes Haus (unterbrochen von H&M, Zara und Barnes&Noble ;)). Gerade, als wir den Hügel mit dem Washington Monument erklimmen wollten, setzte ein Wolkenbruch ein und als wir beim nächsten Unterstand ankamen, war unsere Wäsche bereits mehr als nass. Deshalb: wieder raus in den Regen, um ein Taxi zu suchen - und zurück ins Hotel. Dort umziehen und wieder in die Stadt. Nun ja, für Samstag Abend war das Programm eher dürftig - alle Museen hatten ab 5.30pm geschlossen. Es blieb uns also quasi nichts anderes übrig, als ein bisschen bummeln zu gehen ;) Wenigstens konnten wir das in der Union Station machen, wo es nicht nur Geschäfte zu bewundern gibt, sondern auch das Bauwerk an sich. Trotzdem gab es auch am Abend ein bisschen Kultur, denn das Kapitol ist sozusagen gegenüber von der Union Station. Also sind wir dort hochgewandert:

Der Sonntag brachte wieder strahlenden Sonnenschein, wenn auch bei eiskalten Temperaturen. Also sind wir mit Kapuze und Schal bewaffnet wieder am Bus gesessen, um die Tour auch bei Schönwetter zu sehen. Allerdings war gerade an diesem Tag ein Marathon in der Stadt, weshalb einige Straßen gesperrt waren und der Bus eine etwas abgeänderte Tour gefahren ist. Hat uns natürlich auch gepasst! :)

Das Kapitol bei Sonnenschein:


Um 1:00pm ging auch schon wieder unser Bus nach New York. Wieder eine aufregende Fahrt, denn bereits nach einer Stunde stellte der Busfahrer fest, dass die Tür nicht richtig geschlossen wurde. Sie wackelte und es zog ziemlich herein. So stellte sich also heraus, dass der Platz in der ersten Reihe nicht unbedingt der beste war. ;) Nachdem der Busfahrer an mehreren Highway-Abfahrten vorbeigefahren war, begriffen wir, dass er an dem Zustand nichts ändern würde und die Strecke durchfahren würde. Zum Glück ist die Tür am Bus dran geblieben und wir sind gut wieder angekommen!:)

Für weitere Fotos von unserem Washington DC-Wochenende braucht ihr euch nur in die Galerie zu klicken! Uns hat die Stadt super gefallen und ein Wochenende ist eigentlich zu kurz, um die Stadt wirklich zu sehen. Wie Ida so schön sagt: "New York ist die verrückte 20-Jährige, die alles ausprobiert. Washington ist die große Schwester, Ende 20, die weiß was sie will und das Leben etwas relaxter genießt."

So kurz vor den Wahlen ist es natürlich doppelt so interessant, in die Hauptstadt zu reisen. Die Wahlen finden ja in einer Woche statt und das Thema ist hier natürlich höchstaktuell. Im Gegensatz zu Österreich bekunden sich hier viele Leute öffentlich zu einem Kanditaten, zum Beispiel mit T-Shirts oder Plakaten vor den Häusern. In der Stadt kann man bei Straßenständen und in Souvenirläden viele Obama- oder McCain-Artikel kaufen. Wenn sich jemand öffentlich für einen Kanditaten ausspricht, dann sind es meistens Obama-Anhänger. Das spricht auch für die Region Amerikas. New Jersey und eigentlich die ganze Ostküste ist ja ein bunter Mix aus verschiedensten Kulturen und Wurzeln, in anderen Teilen Amerikas sieht es da vermutlich anders aus. Hier scheint mir die Stimmung jedenfalls stark pro Obama zu sein. Die Studenten auf unserer Uni werden oft dazu aufgefordert, sich zu registrieren um wählen zu können und manche Klassen fallen überhaupt aus, weil viele Leute nach Hause fahren um zu wählen.
Ihr seht also, wir hatten ein Superwochenende in Washington D.C. Liebe Grüße in die Heimat!

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