Der Samstag war verregnet und deshalb haben wir gemütlich im Uni-Diner gegessen (Thomas´Freude über amerikanisches Essen war nach zwei Monaten koreanischem Essen nicht zu übersehen ;)) und die Uni angeschaut.
Zum Glück hat sich das Wetter am Sonntag schlagartig gebessert und so stand unserem nächsten Abenteuer nichts mehr im Weg. Schon in der Früh gings in einen auch mir noch unbekannten Stadtteil von Manhattan: Harlem. Dort wollten wir uns einen Gospel-Gottesdienst anschauen und glücklicherweise haben wir auch gleich eine Kirche gefunden, in die wir von den
Leuten dort großzügigst eingeladen wurden. Die Messe war überhaupt nicht vergleichbar mit dem, was wir kennen. Die Messbesucher waren ordentlich herausgeputzt, mit Hüten und Sonntagsgewand. Ein Chor in roten Kleidern hat zu Keyboard-Begleitung nicht nur gesungen, sondern geklatscht und auch anderweitig performt. Der Pfarrer/Prediger war aber der Höhepunkt, denn er hat sich bei seiner Rede so verausgabt, dass er an manchen Teilen wirklich ins Mikrofon geschrieen hat. Ein wichtiger Teil der Predigt war das Thema "Präsidentschaftswahlen", denn der Pfarrer lief mit einem Obama-Plakat durch die Kirche und gab deutlich seine Freude über den Ausgang der Wahlen zum Besten. Dass das Thema Politik so offen in einer Kirche angesprochen wurde, hat mich überrascht. Vermutlich aber können wir nicht nachvollziehen, wie es für die schwarze Bevölkerung sein muss, zum ersten Mal einen schwarzen Präsidenten zu haben. Aufgenommen wurden wir in der Kirchengemeinschaft sehr freundlich, beim Friedenswunsch beispielsweise gibt es nicht nur Handschütteln, sondern Umarmungen und Küsse. Außerdem durften wir uns unter Zuhilfenahme eines Mikrofons vorstellen (Name, Herkunft und Religion), was freundlicherweise Thomas für uns beide übernommen hat ;) Es war eine Supererfahrung, mitzuerleben, wie andere Menschen ihren Glauben zelebrieren.
Nach einer Stärkung bei Subway´s ging es fleißig zu Fuß weiter, denn wir durchwanderten den ganzen Centralpark und die Fifth Avenue bis zum Times Square. Der Park bot unglaubliche Herbstfarben und die 5th Av war wie immer imposant.
Nachdem wir uns auf Liberty Island mit der Freiheitsstatue und dem Blick auf die Manhattan-Skyline vergnügt hatten, gings weiter nach Ellis Island, wo man das Immigration Museum anschauen kann. Dieses ist sehr interessant, weil es einen wichtigen Meilenstein in der Einwanderungsgeschichte der Vereinigten Staaten darstellt.
Das war natürlich noch nicht genug an Sehenswürdigkeiten, denn danach gings in die Höhe: Auf die Aussichtsplattform des Empire State Building. Da es neuerdings um etwa 4.30 pm dunkel wird, hatten wir bei eisigen Temperaturen einen herrlichen Blick über das nächtliche Lichtermeer von Manhattan.
Am Dienstag war Kultur und somit ein Museumsbesuch angesagt ;) Auf dem Weg dorthin sind wir bei einer einer Veranstaltung vorbeigekommen, bei der Schüler und Schülerinnen von einschlägigen Schulen an uns vorbeimarschiert sind. Schon erstaunlich, welchen Gesichtsausdruck Jugendliche haben können...
Von unserem Kulturmuseumsbesuch hat uns aber nichts abhalten können!
Von unserem Kulturmuseumsbesuch hat uns aber nichts abhalten können!
Das Abendprogramm war ein Broadway-Musical: "In the Hights". Es war einfach superklasse: tolle Musik, super Inszenierung -->wir können es nur weiterempfehlen!
Am Mittwoch konnte ich meinem Liebsten ein weiteres Highlight von NYC zeigen: die Brooklyn Bridge. Ok, nach Brooklyn sind wir mit der Subway gefahren, damit wir uns erst mal bei "Grimaldi´s" (wo ich mit Ellen und Steffi schon war) mit Pizza vollschlagen konnten. Danach gabs den unverwechselbaren Blick auf die Financial-District-Skyline, der uns zu wagemutigen Posen inspirierte:
Am Donnerstag hats wieder geregnet, sodass aus der ursprünglich geplanten "Downtown-Tour" eine Shoppingtour wurde. Nach Frühstück bei Subway´s und Starbucks verkrümelten wir uns ins Outletcenter "Century21". Dieses liegt gegenüber vom Ground Zero, weshalb wir vorher noch kurz die St. Paul´s Church angeschaut haben. Zwei Stunden und zwei Sackerl später starteten wir ins Richtung Times Square, um uns dort im Hard Rock Cafe zu stärken und unsere Sackerl weiter zu füllen. Dort ist uns noch jemand untergekommen: Der Naked Cowboy!
Hier sei angemerkt, dass Thomas die zwei Dollar (die man für das Foto bezahlen muss) großzügigerweise spendiert hat und auch selbst Fotograf war ;))
Wie ihr seht, war unsere Woche einfach traumhaft schön! Für die Bildergeschichte zu diesem Eintrag braucht ihr euch nur in die Galerie zu klicken!
Jetzt geht das Auslandssemester schon in den Endspurt, nur noch fünf Wochen! Und ich freu mich auf viele weitere Cheeseburger ...
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