Über mich

Von September bis Dezember 2008 werden wir an der Montclair State University studieren und dabei nicht nur den BIG APPLE erkunden... :)

Montag, 29. Dezember 2008

Leaving New York, never easy...

Hallo ihr Lieben!
Diesen Bericht schreibe ich zwar schon wieder von Österreich aus, dennoch möchte ich euch die Erlebnisse in meiner letzten Auslandssemesterwoche nicht vorenthalten!

Die Prüfungswoche startete für uns gleich am Montag mit drei Klausuren, die alle recht gut verliefen (denke ich halt mal, die Noten stehen noch nicht alle fest). Am Abend gabs bei der "Cookies & Culture - Farewell Party" ein wenig Entspannung, aber schön langsam machte sich der Abschiedsschmerz bemerkbar! (Bild: Ida lässt ihren Gefühlen freien Lauf) ;)

Der Dienstag verging rasch mit Lernen, denn am Abend stand unsere "Women´s World"-Klausur an, die wir auch gut hinter uns brachten. Und damit war das Semester an der MSU offiziell beendet!

Das musste gefeiert werden! Deshalb fuhr ich am Mittwoch schon in der Früh mit Ida nach NYC, um die Stadt nochmal in vollen Zügen zu genießen. Wir erledigten noch einige Weihnachts- und Souvenireinkäufe und genossen unsere heißgeliebte Suppe im "Europa Café" (bei dem wir mittlerweile Stammkunden sind). Ida musst am Nachmittag wegen einer Vorlesung wieder zurück, aber ich blieb noch, um noch eine letzte Runde am Times Square zu drehen. Neben zahlreichen Fotos machte ich auch die Bekanntschaft eines bayerischen Pärchens, mit dem ich mich über eine Stunde lang auf der roten Treppe am Times Square vertratscht hatte.


Gemütlich gings dann zurück zur Penn Station. Ich muss aber sagen, dass mir der Abschied von NYC nicht leicht gefallen ist! In vier Monaten gewöhnt man sich doch so an die Menschenmassen, den Anblick des Empire State Buildings und die Suppen im "Europa Café". Aber eins weiß ich sicher: Es ist nur ein vorübergehender Abschied von der City!

Am Donnerstag stand nicht nur Kofferpacken an, sondern auch ein Ausflug mit Ellen: Es ging nach Upstate New York, genauer gesagt nach "Westpoint". Westpoint ist ein Militärcollege, das bedeutende Persönlichkeiten wie beispielsweise Eisenhower hervorgebracht hat.

Nach etwa einstündiger Fahrt kamen wir am Gelände der Universität an, wo auch gleich darauf unsere Führung startete. Wir wurden sehr streng kontrolliert (mit Passkontrolle) und durften im College-Gelände keine Videoaufnahmen, dafür aber Fotos machen. Westpoint bildet derzeit etwa 3000 Studenten (davon nur ein paar Hundert Frauen) zu Soldaten aus. Die Studenten werden "Kadetten" genannt und schließen das College mit einem Bachelor-Degree ab. Die Ausbildung ist gratis (auch Unterkunft und Essen wird vom Staat bezahlt und die Studenten bekommen auch noch ein kleines Taschengeld), dafür verpflichten sich die Studenten für einen fünfjährigen Dienst in der Army und drei Jahre in Reserve. Wer hier mit dem Studium beginnt, muss mindestens 17 und darf höchstens 22 Jahre alt sein, unverheiratet und kinderlos. Die Tourleiterin hat uns von strengen Regeln berichtet, so müssen die Studenten etwa zur Strafe im Garten marschieren, wenn sie was ausgefressen haben Beispiel: Wenn ein Student unter 21 mit Alkohol erwischt wird, lautet die Strafe 100 Stunden marschieren (jeden Samstag fünf Stunden). Jeder Student bekommt etwa 20 Uniformen für verschiedenste Anlässe und der Studenplan ist dichtgedrängt, denn pro Jahr gibt es nur etwa 5 Wochen Urlaub (im Somme beispielsweise gibt es Manöverübungen in den nahegelegenen Wäldern).

Das Gelände von Westpoint ist sehr schön und taktisch gelegen:

Über diese Meeresenge wurde früher eine Eisenkette gespannt, um feindliche Schiffe vom College und Militärstützpunkt fernzuhalten.

Ein Denkmal erinnert an den Bürgerkrieg, in dem ehemalige Schulkollegen aus dem Süden und dem Norden gegeneinander kämpften:


Der Besuch in Westpoint war sehr interessant, hat mich allerdings auch nachdenklich gestimmt. Die Army in Amerika hat einen so anderen Ruf als ein europäisches Heer und Soldaten werden dort oft als Helden verehrt. Ich habe die Tourleiterin auch gefragt, was die Soldaten nach ihrer Zeit beim Heer machen. Sie hat gemeint, dass viele bei der Army bleiben wollen, aber die anderen gehen einfach in die Privatwirtschaft. Meiner Meinung nach ist es bei uns nicht so einfach für einen ehemaligen Soldaten, in einen anderen Job umsteigen zu können. Was ich damit sagen will, ist, dass diese Leute dort vermutlich überall mit offenen Armen empfangen werden, da sie ja für ihr Land so viel getan haben und gedient haben. Naja, es ist einfach eine andere Einstellung. Mir macht das irgendwie Angst...

Am Abend war ich noch zur Abschlusspräsentation von Idas und Evas Schmuckkurs eingeladen. Dort gabs tolle, selbstgemachte Schmuckstücke zu bewundern! Rechts seht ihr ein paar von Idas Meisterwerken. :)

Nun war es aber höchste Zeit für die Abschlussfeier! Um auch jeweils einen bleibenden Eindruck bei den Leuten, mit denen wir ein Semester Tür an Tür gewohnt hatten, zu hinterlassen, beschrifteten wir gegenseitig "I love NY" T-Shirts. Das war zwar ganz lustig, aber wir waren doch vom Kofferpacken und Organisieren relativ erschöpft, sodass die Party dann eher gemütlich wurde und ich um 2am ins Bett verschwand...

Eva hatte mir am Donnerstag noch von den Wetterprognosen erzählt, die nicht nur starken Schneefall, sondern sogar einen Blizzard voraussagten. Da das natürlich nicht die günstigsten Voraussetzungen für unsere Heimreise am nächsten Tag waren, freute ich mich beim Aufstehen am Freitag sehr, dass der erwartete Schneefall über Nacht nicht eingesetzt hatte. Tja, zu früh gefreut, denn zwei Stunden später begann es zu schneien. Und es schneite ordentlich, sodass sich bereits eine Schneedecke gebildet hatte, als wir nach dem Frühstück im Red Hawk Diner wieder zum Studentenwohnheim fuhren. Nun muss man wissen, dass Schnee in den USA offensichtich anders gehandhabt wird, als in Österreich; nämlich gar nicht. Schon nach ein paar Stunden Schneefall wird alles dicht gemacht, der Shuttlebus eingestellt und überhaupt herrscht dann Chaos. Leute hatten sich wegen des angekündigten Blizzards mit Lebensmittel für mehrere Tage eingedeckt und außerhalb der Wohnheime herrschte gespenstige Stille. Für uns Österreicher ist das nicht zu verstehen, schließlich ist Schnee in NJ keine Seltenheit. Dennoch - Angst, ob der Flieger wohl starten könne, machte sich breit. Sarahs Freund Andy fuhr uns zum Flughafen. Auf der halbstündigen Fahrt dorthin kam uns von Schnee, über Regen bis hin zu Eisregen jedes Wetter unter und der Highway stand bereits in eine Richtung still. Die Anzeigentafel am Flughafen zeigte aber "On Time" für unsere Flüge an und das ließ uns erst mal aufatmen. Tatsächlich war mein Flieger fast zur angekündigten Zeit fürs Boarding bereit und so saß ich also um 7pm im Flugzeug - bereit für die Heimreise. Dort saß ich allerdings auch noch um 9pm, ohne in der Luft gewesen zu sein. So lange wurde das Flugzeug nämlich enteist! Der Pilot informierte uns im Halbstundentakt über diesen Vorgang ("Ich muss die Klimaanlage jetzt ausschalten, damit wir nicht diese Dämpfe einatmen") und ich war natürlich froh, dass mein Flieger überhaupt starten konnte. Ich hätte auch eine ganze Reihe für mich allein gehabt, wenn sich nicht die Dame hinter mir vorgesetzt hätte, weil mit ihrem Sitz etwas nicht stimmte. Wie auch immer, nach fünfeinhalb Stunden Flugzeit kam ich in London an, wo ich noch drei Stunden Wartezeit hatte, bevor es endlich in die Heimat ging.

Die wackelige Landung in Wien konnte meine Vorfreude auch nicht trüben, denn aus dem Fenster konnte ich ja schon erste österreichische Blicke erhaschen! Auch meine Albträume bezüglich Zoll bewahrheiteten sich zum Glück nicht und so konnte ich aufatmen, dass ich zwei meiner drei Koffer bereits bei mir hatte (den dritten Koffer, den ich in Chinatown ergattert hatte und der etwa so groß war wie meine beiden anderen zusammen, konnte ich glücklicherweise Eva nach Graz mitgeben - Danke nochmal ;)).

Am Flughafen wurde ich schon von meinen Eltern inklusive Luftballon und Plakat erwartet - ein wirklich toller Empfang! Nun bin ich schon seit einer Woche wieder in der Heimat - ein Resümee meiner Zeit in Amerika gibts bald! :) Jetzt gibts natürlich schon Fotos von meiner letzten Auslandssemesterwoche! ;))

Bis bald, eure Kathi (:

Keine Kommentare: